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Hessisches Wirtschaftsarchiv
eine Einrichtung der hessischen Industrie- und Handelskammern
und der Handwerkskammer Rhein-Main


Abt. 117 - A. und J. Tröster GmbH & Co.

Umfang 1,1 lfd. m
Laufzeit 1904 - 1989
Findmittel Datenbank; Findbuch "Kleinere Bestände, Bd.1"

Geschichte des Bestands

Der Bestand, der vor allem Preislisten, Kataloge und Klischees umfasst, wurde 1994 als Depositum an das Hessische Wirtschaftsarchiv abgegeben.

Geschichte des Unternehmens

Der Gründer des Unternehmens, Andreas Jakob Tröster (11.6.1854 - 25.4.1937) arbeitete zunächst als Geselle in der väterlichen Schmiede in Griedel, die sich seit mehreren Generationen in Familienbesitz befand. 1877 sammelte er Erfahrungen als Maschinenführer für ein Lohndreschunternehmen, bevor er im darauf folgenden Jahr zusammen mit seinem Bruder eine eigene Dreschmaschine erwarb und gleichzeitig eine kleine Werkstatt zur Reparatur von Dreschmaschinen gründete. Sowohl die Dreschmaschine als auch die Werkstätte waren gut ausgelastet, so dass Tröster 1881 eine neue, größere Werkstatt mit errichten konnte, in der er fünf Mitarbeiter beschäftigte und mit der Fabrikation von Göpeln und Schrotmühlen begann. Gemeinsam mit seinem Bruder kaufte er eine zweite Dreschmaschine. 1891 zog das Unternehmen mit nunmehr 15 Mitarbeitern in neue Fabrikationsräume auf dem Gelände in Butzbach um, das die Basis aller späteren Fabrikanlagen werden sollte. Das große Interesse des Firmengründers für Maschinen und seine Einsicht in die voranschreitende Mechanisierung der Landwirtschaft führten zur Konstruktion einer Drillmaschine, die seit 1892 unter der Markenbezeichnung "Hassia" vertrieben wurde.

Diese erste Eigenentwicklung wurde 1906 mit der Fertigung von Hackmaschinen ergänzt. Bereits seit 1900 vertrieb das Unternehmen auch Dreschmaschinen sowie aus den USA importierte Mähmaschinen und Getreidemäher. 1914 beschäftigte das Unternehmen bereits 100 Mitarbeiter. Nachdem 1905 eine eigene Eisengießerei errichtet worden war, wurde 1923 die Fabrikationsanlage erneut vergrößert und 1928 ein Magazinneubau errichtet.

Der 1904 in die Firma eingetretene Sohn Wilhelm starb bereits am 18.12.1929, aber unter den Enkeln Helmut und Kurt Tröster nahm das Unternehmen weiteren Aufschwung. 1931 wurde die Herstellung von Rübenschneidern, Ackerwalzen, Pflanzlochmaschinen u.a. aufgenommen, 1933 traten Vielfachgeräte zur Produktpalette hinzu. Im Kriegsjahr 1942 wurde die 100.000. Drillmaschine produziert.

Obwohl die Firmenanlage 1945 zur Hälfte durch Luftangriffe zerstört wurde, konnte das Unternehmen bereits 1950 die neu entwickelten Vielfachgeräte in Leichtbauweise auf den Markt bringen. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch den Bau der ersten europäischen Schlepper-Anbau-Maschine (1953), die Herstellung von Kartoffel-Legemaschinen (1954) und die Entwicklung eines Kartoffelvollernters (1958). 1960 wurden Einzelkornsämaschinen in das Fertigungsprogramm aufgenommen, 1971 kamen Pneumatische Einzelkornsämaschinen dazu.

Bereits 1951 war der Landmaschinenhandel als eigenständige "Landmaschinen-Handelsgesellschaft Tröster KG" mit Sitz in Butzbach ausgegliedert worden; das Unternehmen unterhielt später Filialen in Alsfeld (1957), Ilbenstadt (1967) und Lindenholzhausen. Im Jahr 1980 hatte die Firmengruppe Tröster, zu der seit 1970 auch die Peugeot-Vertretung "Autohaus Tröster KG" gehörte, 600 Mitarbeiter.

Nachdem bereits 1935 eine "Gefolgschaftsversicherung" für Arbeiter und Angestellte eingerichtet worden war, wurde das Sozialwerk des Unternehmens 1952 durch die Gründung der "Luise-Tröster-Stiftung zur Unterstützung von Betriebsangehörigen bei sozialen Härtefällen" und 1961 durch die Gründung des "Hassia-Ferienwerkes", einer Urlaubshilfe für Mitarbeiter, erweitert.

Literatur

Alfons Homeyer, Die landwirtschaftliche Maschinenfabrik A. J. Tröster in Butzbach. Diss. Würzburg 1926 (masch.).

Hassia 1880-1980, hrsg. von der A. J. Tröster Maschinenfabrik, Butzbach 1980.