kopfzeile
Hessisches Wirtschaftsarchiv
eine Einrichtung der hessischen Industrie- und Handelskammern
und der Handwerkskammer Rhein-Main


Abt. 124 - Volksbank Darmstadt

Umfang 0,5 lfd. m
Laufzeit 1928 - 1962
Findmittel Datenbank; Findbuch "Kleinere Bestände, Bd. 1"

Geschichte des Bestands

Der Bestand, etwa 0,5 lfd. m, wurde 1995 als Depositum an das Hessische Wirtschaftsarchiv übergeben. Er enthält ein Kontobuch sowie Kupon-Skonto-Bücher aus dem Zeitraum 1928 - 1962.

Die Verzeichnung erfolgte 2006 durch Ute Mayer.

Geschichte des Unternehmens

1852 wurde in Darmstadt der "Darlehensverein für Darmstadt und Bessungen" mit der Rechtsform einer Aktiengesellschaft gegründet. Den beabsichtigten Zweck, kleineren und mittleren Betrieben behilflich zu sein, verfehlte die Neugründung jedoch, so dass der Verein am 14. August 1862 in eine Genossenschaft mit dem Namen "Vorschußverein für Darmstadt" umgewandelt wurde. Bereits einen Monat später nahm das Unternehmen seine Tätigkeit in der Privatwohnung des Vorstandsvorsitzenden, des Buchhändlers J.P. Diehl, auf.

Die Geschäfte entwickelten sich zufriedenstellend, so dass das Unternehmen 1872 in Geschäftsräume in der Elisabethenstraße 12 übersiedeln konnte, nachdem die Firmierung bereits 1870 in "Darmstädter Volksbank eingetragene Genossenschaft" abgeändert worden war. 1876 zog die Volksbank in ein zuvor erworbenes Anwesen in der Steingasse 2 um. 1890 schließlich wurde auf dem Grundstück Hügelstraße 8 - 10 ein neues Bankgebäude errichtet, das 1892 bezogen werden konnte.

1899 besaß die Volksbank bereits 1.252 Mitglieder, im darauf folgenden Jahr stieg die Zahl auf 1.506 an.

Die Inflationsjahre nach dem Ersten Weltkrieg und die Wirtschaftkrise der Jahre 1930 - 1931 trafen das Unternehmen schwer. Nach vorübergehender Konsolidierung in den 1930er Jahren brach die Wirtschaft durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs, in dem Darmstadt weitgehend zerstört wurde, nahezu vollständig zusammen. Ein Aufschwung setzte erst nach der Währungsreform 1948 ein. Bis 1954 stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 60 gegenüber 40 in der Vorkriegszeit; 1957 erreichte der Umsatz die 1 Milliarde DM-Grenze.

Am 21. Dezember 1962 wurde mit der Einführung des Lochkartenverfahrens das Buchungsystem modernisiert. Seit 1965 dehnte die Volksbank durch die Eröffnung mehrerer Filialen ihr Geschäftsgebiet auf den Kreis Darmstadt-Dieburg aus.

1970 fusionierte die Volksbank mit der Volksbank eGmbH Roßdorf.

Direktoren / Vorstandsvorsitzende
1862 - 1869 J. P. Diehl
1870 - 1874 Albrecht Ohly
1874 - 1901 Adam Bernhardt
1901 - 1903 Adam Geminder
1904 - 1923 Philipp Stein
1924 - 1931 Georg Weiler
1931 - 1945 Friedrich Christian Willand
1945 - 1962 Erhardt Zapf
1962 - Eugen Wolf

Literatur

125 Jahre Leistung und Partnerschaft. Jubiläumsschrift, Darmstadt 1987.

Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung. Hrsg. von der Volksbank eGmbH Darmstadt zum hundertjährigen Bestehen, Darmstadt 1962.