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Hessisches Wirtschaftsarchiv
eine Einrichtung der hessischen Industrie- und Handelskammern
und der Handwerkskammer Rhein-Main

Abt. 161 - Ziegelei Karl Reitz oHG

Umfang 1,8 lfd. m
Laufzeit 1904 - 1999
Findmittel Datenbank; Findbuch "Kleinere Bestände, Bd. 1"

Geschichte des Bestands

Die Unterlagen, ca. 1,8 lfd. m, aus den Jahren 1904 - 1999, wurden im Jahr 2000 von Herbert Reitz, dem Enkel des Firmengründers, als Depositum an das Hessische Wirtschaftsarchiv abgegeben.

Geschichte des Unternehmens

Seit etwa 1902 bereitete der Maurermeister Georg Reitz, der bereits seit den 1880er Jahren einen Feldbrandbetrieb im Dodenauer Ried unterhielt, zusammen mit dem Maurermeister Wilhelm Moor aus Bettenberg die gemeinsame Gründung einer modernen Dampfziegelei in Dodenau vor. 1904 wurde eine Maschinenanlage bei einem Trierer Lieferanten bestellt und die Errichtung eines Ringofens mit Trocknungsanlage in Eschweiler in Auftrag gegeben. Bereits im August 1905 konnte der Ziegeleibetrieb nach nur dreimonatiger Bauzeit die Produktion aufnehmen. 1906 wurde das Unternehmen mit Sitz in Dodenau unter der Firmierung "Reitz & Mohr" in das Handelsregister eingetragen. Die Anlage beschäftigte zunächst Ziegeleifacharbeiter aus dem Lipperland, die nur für die Saison zuwanderten. Während des Ersten Weltkrieg lag die Ziegelfabrikation brach. In den 1920er Jahren investierte das Unternehmen in bessere Maschinen. Karl Reitz (24.1.1887-25.10.1980), Sohn des Unternehmensgründers, übernahm in der gleichen Zeit die Besitzanteile von Wilhelm Mohr, so dass sich das Unternehmen nun in seinem alleinigen Besitz befand.
Auch während des Zweiten Weltkriegs ruhte die Produktion der Ziegelei. Nach Kriegsende lief die Produktion zunächst nur unter Schwierigkeiten wieder an, bis das Unternehmen nach der Währungsreform 1948 von dem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung profitierte. Die Modernisierung der Einrichtungen, insbesondere der Bau einer Trocknungsanlage und eines Tunnelofens erhöhte die Produktion auf 600 Tonnen pro Woche.
1958 wurde die Rechtsform des Unternehmens von einem Einzelunternehmen in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. 1966 übernahm Herbert Reitz, Enkel des Unternehmensgründers, der seit 1950 in der Ziegelei tätig war, das Unternehmen.
Seit 1970 bestand eine Kooperation mit den Ziegelwerken Frankenberg und Sachsenberg. Wegen der ständig sinkenden Nachfrage nach Ziegeln wurde die Produktion 1983 eingestellt.

Literatur

Herbert Reitz, Ziegelei Reitz, in: 700 Jahre Reddighausen. Landschaft - Geschichte - Geschichten. Hrsg. vom Magistrat der Stadt Hatzfeld (Eder), Korbach 1986, S.250-252.