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Hessisches Wirtschaftsarchiv
eine Einrichtung der hessischen Industrie- und Handelskammern
und der Handwerkskammer Rhein-Main

Abt. 200 - Fritz Haußmann Grafische Kunstanstalt

Umfang 1 lfd. m
Laufzeit 1855 - 2007
Findmittel Datenbank; Findbuch "Kleinere Bestände, Bd. 1"

Geschichte des Bestands

Am 12. August 2009 hat Fritz Haußmann dem Hessischen Wirtschaftsarchiv Unterlagen der Firmen Fritz Haußmann Graphische Kunstanstalt, Fritz Haußmann Graphische Kunstanstalt und Klischeefabrik und Fritz Haußmann Reprotechnik übereignet. Es handelt sich nicht um ein geschlossenes Archiv, sondern um einzelne Dokumente, Fotografien und Ausarbeitungen im Umfang von rund einem halben Regalmeter, die bis ins Jahr 1886 zurückreichen. Teil des Archivs ist auch eine Ausgabe des Faksimile-Drucks der Darmstädter Pessach Haggadah.

Geschichte des Unternehmens

1852 gründet Wolfgang Pfnor, Sohn des großherzoglichen Hofrats Johann Wilhelm Gottlieb Pfnor, der sich auf zahlreichen Gebieten als Erfinder einen Namen gemacht hatte - u.a. geht auf ihn die Xylographie, ein Verfahren zum Druck von Holzstichen zurück - in der Werkstatt seines Vaters in Darmstadt ein "Xylographisches Atelier". Nach dessen Tod 1886 verkauft seine Witwe das Geschäft an Fritz Haußmann, einen in Stuttgart gebürtigen Xylographen, der die "Graphische Kunstanstalt Fritz Haußmann" 1903 in einen Neubau an der heutigen Goebelstraße in Darmstadt verlegt. 1935 übernimmt dessen Sohn Fritz Haußmann II. das Unternehmen und erweitert es zu einer Klischeefabrik.

Als Fritz Haußmann II. 1945 unmittelbar nach Kriegsende stirbt, ist sein Sohn, Fritz Haußmann III, erst 17 Jahre alt und absolviert eine Lehre als Reprofotograph. Seine Mutter betraut vorübergehend zwei Mitarbeiter mit der Leitung des Unternehmens, bis ihr Sohn, der inzwischen ein Wirtschaftsstudium begonnen hat, 1950 die Geschäftsführung übernimmt. Unter seiner Leitung beginnt das Unternehmen 1953 mit dem Offsetdruck, bezieht 1955 ein neues Betriebsgebäude in der Spreestraße in Darmstadt, arbeitet als eines der ersten in Deutschland mit Dow-Ätzung und Vario-Gravur und entwickelt 1970 zusammen mit der Heidelberger Schnellpressenfabrik Rundformen für den Klischeedruck. U.a. produziert Haussmann 1970 im Auftrag des Ullstein-Verlags eine Faksimile-Ausgabe der Darmstädter Pessach Haggadah.

1981 erteilt Fritz Haußmann Harald Mark, gelernter Reprofotograph und Betriebswirt, Prokura und überträgt ihm die Leitung des Rechnungswesens. Im Hinblick auf seine spätere Beteiligung am Unternehmen erfolgt 1982 dessen Aufteilung in die Haußmann Reprotechnik GmbH (Betriebsgesellschaft) und die Fritz Haußmann GmbH & Co. KG (Besitzgesellschaft). 1985 wird Harald Mark Geschäftsführer und Gesellschafter der Haußmann Reprotechnik GmbH und Prokurist der Fritz Haußmann GmbH & Co. KG. Seit 1993 zieht sich Fritz Haußmann III Schritt für Schritt aus dem Unternehmen zurück und verkauft seine Geschäftsanteile schließlich 1996 an Harald Mark. Ein Jahr später scheidet er als Geschäftsführer aus. An seine Stelle tritt Elmar Nicolay. Er bleibt geschäftsführender Gesellschafter der Fritz Haußmann GmbH & Co. KG, der das Betriebsgebäude in der Spreestraße gehört. Die Haußmann Reprotechnik GmbH wird durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 23. November 2001 in "P + M Print und Medien GmbH" umfirmiert.