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Bd. 11
Hansjörg W. Vollmann:
Eigenständigkeit und Konzernintegration
[978398122656]

Bd. 11 <br><b>Hansjörg W. Vollmann:</b></br> Eigenständigkeit und Konzernintegration

Hansjörg Vollmann

Eigenständigkeit und Konzernintegration.
Die Cassella, ihre Eigentümer und ihr Führungspersonal.

Darmstadt 2011.
ca. 376 S., 70 Abb., 12 Grafiken, 27 Tabellen. ISBN 978-3-9812265-6-0
(Schriften zur hessischen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte Bd. 11)



Ende des 18. Jahrhunderts eröffnete Löb Cassel, der sich später Leopold Cassella nannte, gemeinsam mit seinem Schwager im Haus Lindwurm in der Frankfurter Judengasse einen Spezereihandel. Nachdem sich 1820 die geschäftlichen Wege der beiden getrennt hatten, übernahm Cassella das Geschäft auf alleinige Rechnung und spezialisierte sich zunehmend auf den Handel mit den Naturfarbstoffen Indigo und Cochenille, der ihm und seinen Nachfolgern Ludwig Aaron Gans und Bernhard Weinberg bedeutende Gewinne bescherten.
Als seit 1860 die synthetischen Anilinfarben die Naturfarben allmählich vom Markt verdrängten, unterstützte Ludwig Aaron Gans seinen jüngsten Sohn Leo Gans, der Chemie studiert hatte, beim Aufbau einer zunächst noch bescheidenen Anilinfarbenfabrik im damals noch selbständigen Fechenheim. Unter der Mitarbeit des Chemieingenieurs August Leonhardt sowie später des Chemikers Dr. Arthur Weinberg stieg Leopold Cassella & Co. in die Spitzengruppe der deutschen Farbenindustrie auf.
Das Fehlen einer eigenen Schwefelsäurefabrik aber zwang die Gesellschafter des bislang reinen Familienunternehmens 1904 zu einer Kooperation mit den Farbwerken Hoechst, was auch zur Umwandlung von Cassella in eine GmbH und einer wechselseitigen Beteiligung der beiden Unternehmen führte. Der Cassella GmbH gelang es dennoch weitgehend, ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Selbst nach der Gründung der I.G. Farbenindustrie AG wurde sie nicht auf die neue Gesellschaft fusioniert, sondern bis 1937 als GmbH innerhalb der I.G. Farben weitergeführt.
Die jüdischen Gesellschafter und Geschäftsführer aus der Familie Gans-Weinberg wurden bis 1937 aus dem Unternehmen gedrängt. Die Tatsache, dass sie sich als Stifter und Wohltäter einen Namen gemacht hatten, schützte sie nicht vor Verfolgung. Arthur von Weinberg starb im Konzentrationslager Theresienstadt, sein Bruder Carl im italienischen Exil. Nach der Zerschlagung der I.G. Farbenindustrie AG entstand mit der Cassella Farbwerke Mainkur AG ein eigenständiges, jedoch von den drei Großen der deutschen Chemieindustrie abhängiges Unternehmen, das in den Boomjahren bis 1970 zwar gute Umsätze und Erlöse erzielte, aber relativ weiter hinter BASF, Bayer und Hoechst zurückfiel. Im Zuge der „Zweiten IG-Entflechtung“ 1969 wurde die Cassella AG 1994 als „Werk Cassella“ in den Hoechst-Konzern eingegliedert.

Die Dissertation von Hansjörg W. Vollmann untersucht, wie sich die Cassella zwischen Selbstständigkeit und den Interessen der großen Chemieunternehmen so viele Jahrzehnte behauptete. Vor diesem Hintergrund verfolgt der Autor die Absichten und Strategien der Eigentümer und leitenden Angestellten, jenen Personen also, die das Unternehmen prägten.

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